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EPS Styropor oder XPS Styrodur

Worin unterscheiden sich EPS Styropor und XPS Styrodur?

Zum Dämmen eines Gebäudes kommen unterschiedlichste Dämmstoffe zum Einsatz. Sehr begehrt sind die bekannten Hartschaumplatten. Diese sind günstig, lassen sich einfach und schnell verarbeiten und weisen eine sehr gute Wärmedämmung auf. Wichtig ist, dass die Dämmstoffe nicht nur verhindern, dass die Heizungswärme durch die Gebäudehülle ins Freie gelangt, sondern auch dass die brütende Hitze im Sommer nicht ins Innere der Wohnung eindringen kann. Zu den beliebtesten und am häufigsten verwendeten Dämmmaterialien gehören Styroporplatten und Styrodurplatten. Da tut sich dann aber auch gleich die Frage auf, welche Unterschiede es gibt und welches Material am besten geeignet ist. Daher ist es vielleicht angebracht, die Dämmstoffe etwas näher zu beschreiben. Durch nähere Informationen zu den Materialien kann die Kaufentscheidung etwas erleichtert werden. Denn jeder Dämmstoff weist Vor- und auch Nachteile auf. Zudem eignet sich nicht jedes Dämmmaterial für jeden erdenklichen Einsatzzweck.

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Unterschiede bei der Herstellung

Beide genannten Dämmmaterialien werden aus Erdöl hergestellt. Dieses wird in mehreren Verfahren zu dem Stoff Styrol aufbereitet. Dazu sind zahlreiche Arbeitsschritte erforderlich. Ist das Styrol erreicht, wird es durch eine Polymerisation zu Polystyrol verarbeitet. Bei einer Polymerisation handelt es sich um eine chemische Reaktion, bei der aus Monomeren Polymere hergestellt werden. Das bedeutet, es findet eine Anreicherung bestimmter Moleküle statt. Ist dieser Schritt erreicht, dann ist das Ausgangsmaterial zur Herstellung von Dämmstoffen verfügbar.

Um jetzt das sogenannte expandierte Polystyrol, das einfach nur mit EPS abgekürzt wird, herzustellen, erfolgt eine Behandlung mit Treibmitteln und Wasserdampf. Dadurch vergrößert sich das Volumen der Granulatkörnchen auf das 50-Fache. Deshalb sind die Dämmstoffplatten auch so leicht. Aufgrund dieser enormen Vergrößerung entstand auch die Bezeichnung expandiertes Polystyrol.
 

Das extrudierte Polystyrol, das eher unter XPS bekannt ist, wird aus dem gleichen Rohstoff gewonnen. Das Herstellungsverfahren ist jedoch völlig anders. Das Material wird nicht aufgebläht, sondern mit einem hohen Druck durch Düsen gepresst. Bei der Herstellung wird das flüssige Polystyrol auf ein Förderband gespritzt, dass die Form der späteren Platten aufweist. Nach der Abkühlung entsteht dann daraus die feste Dämmplatte. Die Platten werden direkt bei der Herstellung auf ihre Maße zurechtgeschnitten.

Unterschiede bei den Eigenschaften

Der erste große Unterschied fällt schon beim Betrachten der Materialien auf. Styroporplatten sehen sehr körnig aus. Das aufgeblähte Polystyrol ist mit bloßem Auge deutlich zu erkennen. Styrodurplatten hingegen weisen eine sehr glatte Oberfläche auf. Zudem werden sie in verschiedenen Farbtönen angeboten. Die verschiedenen Farben dienen jedoch in erster Linie der Unterscheidung. In der Regel sind die Dämmplatten nach dem Einbau ohnehin nicht mehr sichtbar.

Es gibt aber auch einige Unterschiede in der Dämmwirkung. Styrodurplatten weisen zumeist eine etwas bessere Dämmeigenschaft auf als Styroporplatten. Das wiederum hat den Vorteil, dass sie in einer geringeren Stärke verwendet werden können. Dieser Vorteil kommt insbesondere unter beengten Verhältnissen zum Tragen. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass Styrodurplatten aufgrund der geschlossenen Zellstruktur eine etwas höhere Tragfähigkeit aufweisen als Styroporplatten in der gleichen Stärke.

Unterschiede treten auch bei den Eigengewichten auf. Ein Kubikmeter Styropordämmstoff wiegt je nach Dichte zwischen etwa 15 und 60 Kilogramm. Der Styrodurdämmstoff wiegt etwa 25 bis 50 Kilogramm pro Kubikmeter. Das bedeutet letztendlich, dass Styroporplatten mit geringer Dichte sehr leicht sind. Das ist nicht nur ein Vorteil bei der Verarbeitung, sondern auch beim Transport und natürlich auch bei der Lagerung. Beide Dämmmaterialien sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum hinweg im Freien gelagert werden, weil die UV-Strahlung Schäden an den Platten anrichten kann. Die Oberflächen bleichen nicht nur aus, sondern es bilden sich dann auch Risse. Diese verringern die Dämmleistung später.

Wie steht es um die Umweltverträglichkeit?

Da beide Dämmmaterialien aus Erdöl gewonnen werden, gibt es hin und wieder Bedenken bezüglich der Ökobilanz. Diese können jedoch recht schnell wieder ausgeräumt werden. Dazu ein Beispiel. Aus einem Liter Erdöl kann so viel Dämmmaterial hergestellt werden, dass dadurch innerhalb von 50 Jahren etwa 200 Liter Heizöl eingespart werden. Ähnlich gut sieht es auch bei der Energiebilanz aus. Zur Herstellung der Dämmstoffe wird zwar eine Menge Energie verbraucht, aber diese wird hinterher durch ein Vielfaches der eingesparten Heizenergie wieder amortisiert.

Zudem lassen sich die Dämmstoffe auch wieder recyceln oder eventuell auch wieder verbrennen. Bei der Verbrennung wird in etwa genauso viel Energie gewonnen, wie zuvor zur Herstellung aufgewendet werden musste. Deshalb gibt es in diesen Bereichen überhaupt keine negativen Aspekte, die Bedenken bezüglich der Umweltverträglichkeit rechtfertigen würden.

Auch für die Gesundheit der Bewohner besteht keine Gefahr. Von den Dämmplatten dunsten keine schädlichen Substanzen aus. Auch bei der Verarbeitung entstehen keine bedenklichen Risiken. Dieser Aspekt ist nicht unerheblich. Insbesondere in der heutigen Zeit gewinnt der gesundheitliche Schutz der Handwerker sowie der Bewohner der Gebäude eine zunehmend große Rolle.

Die Verarbeitung der Dämmplatten

Die Platten werden in unterschiedlichen Größen angeboten. Gängige Maße sind 100 x 50 Zentimeter oder 125 x 60 Zentimeter. Unterschiede treten bei den Kantenprofilen auf. Es gibt Ausführungen mit geraden Kanten. Diese eignen sich insbesondere dafür, wenn die Platten in festen Formen eingebaut werden sollen. Für großflächige Arbeiten eignen sich Platten mit Nuten und Federn oder mit gefalzten Kanten besser. Dadurch lässt sich eine größere Fläche mit Dämmplatten verlegen, ohne dass Zwischenräume entstehen.

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Sowohl die Styropordämmplatten als auch die Styrodurdämmplatten lassen sich recht einfach auf die erforderlichen Maße zurechtschneiden. Dazu gibt es im Grunde genommen zwei verschiedene Verfahren. Für gröbere Zuschnitte eignen sich große scharfe Messer besonders gut. Diese sind mit einer sehr schmalen Klinge ausgestattet und eignen sich nur für diesen Zweck. Sollen die Schnittflächen jedoch von besonders hoher Qualität sein, werden auch spezielle Werkzeuge genutzt. Diese schneiden das Material mit einem glühenden Draht. Im Profibereich finden diese Schneidwerkzeuge häufig Anwendung.

Dünnere Styroporplatten lassen sich aber auch mit einem Cuttermesser schneiden. Diese Methode wird häufig von Heimwerkern angewendet. Sie ist allerdings nur eine Notlösung, weil keine Schnitte mit hoher Präzision erfolgen können. Es gibt aber auch Arbeiten, bei denen es nicht unbedingt auf eine hohe Maßhaltigkeit ankommt.

Zur Befestigung der Dämmplatten werden in der Regel Klebstoffe benutzt. Doch nicht jeder Kleber eignet sich dafür. Herkömmliche Baukleber können im schlimmsten Fall sogar das Material auflösen. Im Fachhandel sind jedoch Klebstoffe, die speziell für Dämmstoffe auf Basis von Polystyrol hergestellt sind, erhältlich.

Typische Anwendungsbereiche für Styroporplatten

Styroporplatten werden häufig in unterschiedliche Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt. Da sie resistent gegen Verrottung und allen anderen Widrigkeiten sind, kommen sie auch bei der Dämmung von Fassaden zum Einsatz. Dieser Dämmstoff wird auch gerne zur Dämmung unter Putz verwendet. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Anwendungsfelder. Mitunter werden sie auch zur Dämmung der oberen Geschossdecke oder zur Flachdachdämmung genutzt.

Ein wesentlicher Vorteil, den die Styroporplatten haben, ist der, dass sie sich auch hervorragend als Trittschalldämmung eignen. Deshalb ist es auch möglich, einen Fußboden gleichzeitig gegen Kälte und Lärm zu dämmen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb Styroporplatten auf keiner Baustelle fehlen.

Diese Dämmplatten werden jedoch nicht nur für Neubauten aller Art eingesetzt. Sie eignen sich auch sehr gut zur Umsetzung von energetischen Sanierungsmaßnahmen. Aufgrund der hohen Flexibilität und der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten gehören sie zu den beliebten Baustoffen.

Anwendungsbeispiele für Styrodurplatten

Die modernen Styrodurplatten werden gerne zur Dämmung des Daches eingesetzt. Insbesondere kommen sie zur Aufsparrendämmung infrage. Aber auch zur ganz normalen Flachdachdämmung eignen sie sich bestens. Bei einer Baumaßnahme werden Styrodorplatten auch häufig zur Dämmung des Fußbodens verwendet. Dort werden sie unterhalb des Estrichs eingebaut. Auch sie sorgen nicht nur für die Wärmedämmung, sondern weisen auch eine recht gute Schalldämmung auf.

Soll im Fußboden eine Fußbodenheizung eingebaut werden, dann geht der Handwerker meistens folgendermaßen vor. Zuerst wird eine entsprechend dicke Schicht mit den Dämmplatten ausgelegt. Beim Verlegen ist immer darauf zu achten, dass keine Kreuzfugen entstehen. Daher ist in jeder Verlegereihe ein Versatz zu legen. Auf die verlegten Platten wird dann eine geeignete Folie verlegt. Darauf erfolgt dann die Verlegung der Heizschleifen. Diese brauchen zum Schluss nur noch mit Estrich beschichtet zu werden. Diese Art der Verlegung weist den Vorteil auf, dass keine Heizungswärme nach unten abgeleitet werden kann. Dadurch wird ebenfalls eine Menge Energie eingespart.

Styrodurplatten eignen sich auch sehr gut zur Zwischendeckendämmung. Der Grund dafür ist, dass sie zu den schwer entflammbaren Baustoffen gehören. Daher erfüllen sie auch in diesem Bereich die baurechtlichen Anforderungen.

Können mit den Hartschaumplatten die Anforderungen der EnEV eingehalten werden?

Bei jedem Neubau oder auch bei jeder umfangreichen Sanierung eines Altbaus müssen immer die Anforderungen der EnEV eingehalten werden. Die Abkürzung steht für Energieeinsparverordnung. Diese ist von der Bundesregierung festgelegt, weil Baumaßnahmen immer so gestaltet werden sollen, dass Gebäude möglichst wenig Energie verbrauchen. Das kommt nicht nur dem Eigentümer durch die Einsparung von Energiekosten zugute, sondern vor allem der Umwelt. Je weniger Heizenergie benötigt wird, desto geringer sind auch die schädlichen Abgasemissionen.

In der EnEV ist ganz genau festgelegt, wie groß die Wärmeverluste bei den verschiedenen Gebäudekomponenten sein dürfen. Die Messzahlen dafür sind sogenannte U-Werte. Offiziell werden die Werte Wärmedurchgangskoeffizient bezeichnet. Beispielsweise beträgt der zulässige U-Wert für eine Außenwand 0,24 W(m²K). Dieser Wert bedeutet, dass eine maximale Heizleistung von 0,24 Watt pro Quadratmeter Wandfläche aufgebracht werden darf, um einen Temperaturunterschied von einem Grad Celsius auszugleichen. Dieser Wert kann erzielt werden, wenn die Außenwand mit Styroporplatten in einer Stärke von etwa 15 Zentimetern gedämmt ist. Bei Styrodurplatten reicht zumeist eine Stärke von 12 Zentimeter aus, um die Anforderungen zu erfüllen. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass nicht nur die Dämmung allein maßgeblich ist, sondern die komplette Wand.

KfW-Förderung für die Dämmung erhalten

Viele Hauseigentümer stellen sich die Frage, ob eine Styropordämmung oder eine Styrodurdämmung ausreichend sein könnte, um die begehrten Zuschüsse in Form der KfW Förderung zu erhalten. Die Abkürzung KfW steht für Kreditanstalt für Wiederaufbau. Diese stellt verschiedene Förderprogramme zur energetischen Sanierung sowie für Neubauten bereit. Diese sind unter anderem auch bekannt unter der Bezeichnung Effizienzhaus 85 oder Effizienzhaus 70 und viele weitere andere.

Ausgegangen wird dabei immer von den Vorgaben, die in der Energieeinsparverordnung festgelegt sind. Allerdings müssen dann sämtliche Gebäudeteile diesen Vorgaben entsprechen. Bei einem Neubau lässt sich das recht einfach durch die Verwendung geeigneter Baustoffe realisieren. Im Zuge einer energetischen Sanierung ist es jedoch erforderlich, umfangreichere Maßnahmen zu ergreifen. Mit einer guten Planung lässt sich jedoch beispielsweise ein Effizienzhaus 85 durch eine nachträgliche Dämmung mit Styrodurplatten oder Styroporplatten erzielen. Um diese Förderung zu erhalten, darf der Wärmedurchgangskoeffizient maximal 85 Prozent des Wertes erreichen, der in der EnEV vorgesehen ist. Das bedeutet, die Außenwände müssten in diesem Fall einen U-Wert von höchstens 0,2 W(m²K) erreichen. Mit einer entsprechend dicken Styrodurdämmung oder auch mit einer etwas dickeren Styropordämmung kann dieser Wert durchaus erreicht werden. Es lohnt sich auf jeden Fall, dass sich der Bauherr im Voraus über die jeweiligen Fördermöglichkeiten informiert. Die staatlichen Zuschüsse lassen sich hervorragend dazu nutzen, um langfristig hohe Energiekosten zu sparen.

Vor- und Nachteile von EPS Styropor

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Vor- und Nachteile übersichtlich aufzulisten. Das erleichtert mit Sicherheit den Überblick.

Vorteile

  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Einfache Verarbeitung
  • Geringes Eigengewicht
  • Sehr gute Dämmwirkung
  • Vielseitig verwendbar
  • Unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit
  • Keine Gefahr der Zersetzung
  • Gute Ökobilanz

Nachteile

  • Schwer entflammbar aber trotzdem brennbar
  • Empfindlich gegenüber UV-Strahlung
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Vor- und Nachteile von XPS Styrodur

Auch dieses Material weist viele Vorteile, aber auch einige Nachteile auf. Diese werden nachfolgend in übersichtlicher Weise dargestellt.

Vorteile

  • Sehr gute Wärmedämmung
  • Dank hoher Dichte formstabil
  • Stark belastbar
  • Geringe Materialstärke ist ausreichend
  • Für zahlreiche Gebäudeteile geeignet
  • Leicht zu verarbeiten
  • Bietet guten Lärmschutz

Nachteile

  • Höherer Anschaffungspreis
  • Empfindlich gegen direkte Sonneneinstrahlung
  • Im Brandfall starke Rauchentwicklung

Fazit

Sowohl Styroporplatten als auch Styrodurplatten weisen zahlreiche Vorteile und nur wenige Nachteile auf. Deshalb sind sie auch sehr begehrte Baumaterialien. Zudem eigen sie sich hervorragend dazu, mit geringen Kosten eine energetische Sanierung durchzuführen. Hartschaumplatten aus Styropor und Styrodur werden zwar aus Erdöl hergestellt, aber sie weisen trotzdem eine sehr gute Umweltbilanz auf, weil durch eine angemessene Dämmung langfristig eine große Menge fossiler Brennstoffe eingespart wird.

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